Der "Frederik VII's Kanal"
 

Løgstør Grund - eine grosse Sandbank, die sich westlich von Løgstør ausstreckt - war in früheren Zeiten ein grosses Problem für die Schiffahrt auf dem Limfjord. Alle Handelsschiffe mussten den grössten Teil ihrer Last auf Kähne verladen, auf die andere Seite bringen, das Schiff über die Sandbank ziehen und wieder mit der Last beladen. Diese umständliche Arbeit geschah auf offener See. War das Wetter entsprechend schlecht, dann konnte es sein, dass man Wochen warten musste, um weiter zu können. Alles Erdenkliche wurde versucht, um den Sand zu entfernen, doch nichts half. Die Probleme waren so enorm, dass die Regierung 1856 beschluss, einen Kanal durch das Festland zwischen Løgstør und Lendrup zu graben.

Ein Riesenprojekt für die damalige Zeit! 4 Km. grub man den Kanal in Handarbeit und transportierte die anfallende Erde in Schubkarren.



Diese Erde bildet die Hügelkette, die heute zwischen dem Fjord und dem Kanal liegt. Hunderte von Arbeitern, die meisten aus dem Ausland, insbesondere Deutschland, waren 5 Jahre lang mit den Kanalbau beschäftigt.

Am 13. Juli 1861 war endlich Einweihung! Der grosse Tag. Das freudige Ereignis versammelte damals die beachtliche Menge von ca. 8000 Menschen mit König Frederik VII und der Königin an der Spitze in Løgstør. Man hörte Kanonenschüsse, Orchester und Gesangvereine - man sah Flaggen, ca. 300 aus verschiedenen Ländern und feierte Løgstørs bisher festlichsten Tag!

Am Ostende des Kanals befindet sich der alte Wohnsitz des Kanalvogts - das heutige Limfjord Museum und am Westende des Kanals stehen zwei Kanalwärterhäuser.



Die höchste Anzahl Schiffe passierte den Kanal zwischen 1898 und 1899, genau 2.923 an der Zahl. War der Wind günstig, kamen die Schiffe mit eigener Kraft voran - ansonsten mietete man Pferde und zog damit die Schiffe durch den Kanal.

Das Werkzeug bzw. Grabegerät wurde im Laufe der Zeit immer fortschrittlicher und in der Zeit von 1898 bis 1901 gelang es endlich, die Fahrrinne durch die Sandbank zu graben. Zwischen 1901 und 1902 benutzten nur noch 138 Schiffe den Kanal und 1913 wurde er ganz stillgelegt. 


Seitdem führt er ein ruhiges Dasein, geniesst die Ruhe als naturgeschütztes Idyll - ein Paradies für Vögel und Pflanzen. Botanisch Interessierte werden hier seltene Pflanzen auf den kalkhaltigen Boden entdecken.
 

 

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